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Natur und Legende: Die Geschichte des Mandelbaums 


 Laut einer antiken Legende ist der Mandelbaum die Frucht jener unglücklichen Liebe, in die Helden, Menschen und Götter verwickelt waren.  
Es wird erzählt, dass die thrakische Prinzessin Phyllis, /Demophon, den Sohn des Theseus, kennen lernt, als er auf seinem Weg nach Troja in Thrakien an Land ging. Die Prinzessin entbrannte in glühender Liebe für ihn. Demophon war jedoch gezwungen mit den Achaiern weiter zu ziehen. Als der Krieg zu Ende ging und die junge Prinzessin seit zehn Jahren vergebens auf die Rückkehr der siegreichen Schiffe ihres Geliebten harrte, gab sie sich aus Gram den Tod.  
Gerührt von dieser leidenschaftlichen Liebesgeschichte verwandelte Athena Phyllis in einen prachtvollen Mandelbaum. Demophon war jedoch nicht, wie von Phyllis geglaubt, verstorben und als er von Phyllis Umwandlung erfuhr, kehrte er zurück und umarmte den Baum. Der Mandelbaum bedeckte sich plötzlich mit Blüten anstelle von Blättern, um die Umarmung ihres Geliebten zu erwidern. Diese Umarmung ist seitdem vom Schicksal ausersehen, sich einmal jährlich zu wiederholen, wenn die Blüten des Mandelbaums den Frühling verkünden. 
Der Mythologie nach entstand der Mandelbaum auf diese traurige Weise. In der Antike verbreitete sich dieser Obstbaum in den Mittelmeerländern, Asien und Afrika. Nach Sizilien kam der Mandelbaum mit den Phöniziern und seine Verwendung verbreitete sich daraufhin in den griechischen Kolonien. Seine Früchte wurden vor allem zum Kochen verwendet, um besonders vorzügliche Süßspeisen herzustellen. Seit Beginn des Mittelalters wurden die Mandeln auch zu Mandelöl gepresst, um das teurere Olivenöl zu ersetzen. 
Es gibt zahlreiche Symbolisierungen der Mandel. Die meist verbreitete ist das traditionelle Sinnbild des Mittelalters. Die Mandel umgibt oft Christus oder die Jungfrau Maria als Symbol für die göttliche Natur, die im Inneren der menschlichen verborgen ist. Diese Versinnbildlichung ist auch in Gemälden der Renaissance häufig vertreten.  
 

Foto gallery ITALIEN: der sizilianische Karren

Ein Feuerwerk der Farben. An den Seiten, an den Rädern, am Wagenkasten, in jedem einzelnen seiner Bestandteile spiegeln sich die Farben der wunderbaren sizilianischen Sonne, der feuerroten Wassermelonen, des Schwefels, der Orangen und Zitronen, des Himmels und des Meeres, der Lava des Ätna und der Kaktusfeigen.In seiner Gesamtheit ist er Ausdruck sämtlicher mediterraner Kulturen, die je auf der Insel Fuß gefasst haben, sozusagen deren Synthese: die arabischen Farben, die türkisch-byzantinischen Arabesken, die griechischen Kostüme, die Glöckchen, die spanischen Fransen. Betrachtet man ihn aus der Nähe scheint es als sähe und höre man ganz Sizilien mit seinen rauen Panoramen, seinen geheimnisvollen Düften, seinen Weiten.

Text von Salvatore Faraci

 

 

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