Category: Reiseziele in Italien

Reiseziel Italien: Der Trevi Brunnen

Der Brunnen ist der Endpunkt der antiken Wasserleitung der Aqua Virgo (italienisch Acqua Vergine), die von Giacomo della Porta 1570 wieder in die Stadt geführt wurde. Schon unter Alexander VII. Chigi (r. 1655-67) gab es Pläne, den Brunnen-becken architektonisch zu erfassen. Angelegt wurde die Fontana di Trevi schließlich 1732-51 von Nicola Salvi.

Möglicherweise geht sein Entwurf auf einen verlorengegangen Plan Berninis zurück. Den Figurenschmuck führte Pietro Bracci nach Salvis Tod aus. In der Mitte unter einem dreiachsigen Triumphbogen steht der Gott Neptun auf einem von zwei Meerespferden gezogenem Wagen, umgeben von Muscheln und Tritonen.

Das Wasser strömt über künstliche Felsen und umspült die Figuren, bis es schließlich von einem halbrunden Becken aufgefangen wird, von wo aus der Kreislauf aufs neue beginnt. Der Name Fontana di Trevi geht nicht auf das gleichnamige umbrische Bergstädtchen zurück, sondern  beruht auf die Gegebenheit, dass der Brunnen am Schnittpunkt dreier Wege (tre vie) steht.

Wenn Sie nach Rom zurückkehren möchten, sollten Sie eine Münze in die Fontana di Trevi werfen. Aus eigener Erfahrung ist zu bestätigen, dass an dem Aberglaube doch ein Stückchen Wahrheit ist.

Foto: Pixabay

 

 

Die Grotten von Pertosa

Die Grotten von Pertosa gehören zu den größten Grotten Süditaliens und sind in der Nähe des gleichnamigen Dorfes gelegen. Sie werden auch Engelsgrotte oder Grotte des Heilige n Michaels genannt.

Grotten von Pertosa- Detail

Sie bilden ein atemberaubendes Naturspektakel, entlang eines unterirdischen Flusses und scheinen in eine Gebirgskette geschnitzt zu sein. Dieser Ort wurde bereits während der neolithischen und chalkolitischen Zeit  genutzt, um darauf im elften Jahrhundert zu einer Kultstätte zu werden.

Vom Grotteneingang gelangt man auf einem Floß in die erste Höhle mit zahlreichen Stalaktiten und einem malerischen Wasserfall; von hier aus teilt sich Grotte in drei Abzweigungen (am interessantesten sind der Stollen der Quelle und der Hauptstollen, der sich wiederum in verschiedene Abzweigungen aufteilt). Während der Exkursion verdienen die höchste Aufmerksamkeit vor allem der „Stollen der Wunder“ samt seiner reichen und zerbrechlichen Höhlenminerale, die „Halle der Madonna“ und die „Halle der Schwämme oder Jungfrauen“, in der die Konkretionen außerordentlich rein sind.
 Text von Salvatore Faraci
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Siena – ein kulturelles Welterbe

Ein Reiseziel für Dichter, Träumer und Schaulustige. Die Stadt Siena ist eine wahre Fundgrube für Liebhaber der italienischen Kunst und Kultur und ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Es ist die Heimat von Duccio di Buoninsegna, Ambrogio Lorenzetti, Simone Martini, von Papst Pius II und vielen anderen italienischen Persönlichkeiten. Eingebettet in die sanften grünen Hügel der Monti Chianti und umgeben von einer üppigen Landschaft mit Weinbergen und Olivenhai-nen, präsentiert sich diese Stadt, in der knapp 60 000 Menschen leben, wie dem Bilderbuch-Mittelalter entstiegen.

Siena hat seinen mittelalterlichen Stil erhalten, und der Besucher kann hier einige sehr schöne Bei-spiele der italienischen Gotik besichtigen. Typisch für das Stadtbild ist neben dem Architekturstil auch die Farbigkeit der Gebäude, das berühmte Sienabraun, dieser warme Braunton, gibt der Stadt ihren unverwechselbaren Flair. Der Farbton wird aus dem Lehmboden der Region gewonnen und ist seit jeher als Farbpigment eingesetzt worden. Das Stadtbild ist geprägt von monumentalen Prachtbauten, die von einer glorreichen Vergangenheit erzählen.

Das historische Zentrum von Siena wurde von der UNESCO im Jahre 1995 zum kulturellen Welterbe ernannt, bedingt durch sein künstlerisches Welterbe, seinen kohärenten Baustil, seine städtische mit-telalterliche Struktur und dem “Palio di Siena”.

Darüber hinaus befindet sich mitten in der Stadt der Hauptsitz der ältesten Bank der Welt, die Bank «Il Monte dei Paschi di Siena». Die Bank wurde 1492 von der italienischen Bankiersfamilie Salimbeni gegründet. Im historischen Gebäude der Familie befindet sich heute das Logistikzentrum der Bank, daß ein Anziehungspunkt für internationale Finanzdienstleister, diverse Besucher und Politiker ist. Noch heute ist der mittelalterliche Stil der Stadt Siena unverkennbar an den alten Stadtmauern abzu-lesen, die sich an das Stadtgebiet schmiegen. Unzählige Gassen und Gäßchen schlängeln sich von hier aus in das Stadtzentrum. Von oben betrachtet sieht die Stadt aus wie ein umgedrehtes Y. Um diese Beobachtung besser zu verstehen, muß man sich vor Augen halten, daß die Stadt in drei Hauptstraßen gegliedert ist, die seit Jahrhunderten die Verwaltungseinheiten der Stadt darstellen. Diese Einheiten bestehen aus dem Drittel von Camollia, dem Drittel von San Martino und dem Drittel von Città.

Im Schnittpunkt dieser drei Hauptstraßen formt sich auf natürliche Art und Weise die Piazza del Campo, das Zentrum und Herz der Stadt. Für viele Sieneser ist dieser Platz ein besonderer Ort der Erinnerung. Ehemals war die Piazza der Regierungs – und Verwaltungssitz der Stadt, noch heute befindet sich hier das Rathaus, das an die Zeit erinnert, als Siena noch eine Republik war. Unter den großartigen Palästen an der Piazza del Campo sticht, das mächtige rötliche Ziegelwerk des Adelspa-lastes der Sansedoni hervor, der oben von einem zinnenbekrönten Turm abgeschlossen wird. Das Gebäude ist ein zu Beginn des 18. Jhs. erstellter Neubau früherer Häuser des 14. Jhs. und – ebenso wie die Erhöhung der Seitenflügel des Rathauses – ein interessantes Beispiel für einen frühen neugo-tischen Bau.

Über Jahrhunderte hinweg stellte die Piazza auch das wirtschaftliche Zentrum der Stadt dar, hier bün-delten sich die sämtlichen wirtschaftlichen Aktivitäten von Siena. Bis heute konnte die Stadt ihre prächtige Vergangenheit konservieren ohne stehen zu bleiben, dies wird einem so richtig bewußt, wenn in der Piazza das Palio stattfindet. Nur wenige Städte können auf so eine uralte Tradition, die bis heute in den Herzen seiner Bewohner fest verankert ist. Siena und die Sienesen kann man nicht verstehen, schätzen und lieben lernen, wenn man sein Palio nicht versteht. Ein Pferderennen, das zweimal im Jahr entlang der Piazza del Campo ausgetragen wird. Das Rennen am 2. Juli findet zu Ehren der Madonna di Provenzano (Palio di Provenzano) statt, das am 16. August zu Ehren der Maria Himmelfahrt (Palio dell’Assunta).

An diesem Wettkampf beteiligen sich 10 der 17 Straßen der Stadt. Im Altertum wurde die Stadt in drei Drittel gegliedert, in denen mehrere Stadtteile zusammengefasst worden sind. Jeder Stadtteil wurde von einem Prior und einem Hauptmann verwaltet, den wirtschaftlichen Sektor überließ man den Vikaren. Ehemals beteiligten sich 23 Stadtteile, später 17 und heute nehmen 10 an dem Rennen in der Piazza teil. Pro Rennen sind immer nur 10 der 17 Stadtteile zugelassen, und zwar immer jene 7, die im Vorjahr beim entsprechenden Rennen aussetzen mussten und 3 Stadtteile, die durch das Los bestimmt werden.

Diese Auswahl wurde getroffen um die Sicherheit für die Jockeys und die Pferde zu gewährleisten. In der Tat könnte dieses bunte Durcheinander auf der Rennbahn zu unerfreulichen Unfällen führen.

Nach drei Runden in der Piazza, steht fest welches Pferd mit oder ohne Jockey, das “Cencio» / Palio für den Stadtteil gewonnen hat. Der Gewinner ist immer das Pferd, welches nach der letzten Runde als erstes die Ziellinie überquert. Der Reiter muss nicht notwendigerweise ins Ziel kommen. Wichtig ist jedoch, dass das Pferd weiterhin das Diadem des Stadtteils auf seiner Stirn trägt. Verliert es dieses, ist es aus dem Rennen. Wichtiger als der eigene Sieg ist es, einen etwaigen Sieg des verfeindeten Stadtteils zu verhindern.

Das «Cencio» oder Palio hat einen wichtigen sakralen Symbolwert für die Teilnehmer des Stadtteils der jeweiligen Sieger, sie werden nach dem Wettkampf im Juli, in der Kirche der Madonna zu Pro-venzano, gesegnet. Im August hingegen versammeln sich die Sieger im Dom. In der Tat ist es schwie-rig über die Palio di Siena Erfahrung zu schreiben, noch schwieriger ist es für den Leser dieses Spektakel zu verstehen. Am besten erlebt man diese einzigartige Erfahrung gemeinsam mit den Sie-nesern, wenn sich die Stadt in die Farben der Stadtteile hüllt, die Klänge zu Gesängen verschmelzen, die Trommeln im Takt schlagen und die Luft eine magische Feststimmung verströmt, die sich in der Geschichte dieser Stadt präsentiert.

Sizilien – „der Schlüssel zu allem“

Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: Hier ist erst der Schlüssel zu allem. So schrieb Johann Wolfgang von Goethe am 13. April 1787 während seiner ersten Italienreise aus Palermo, auf der Suche nach den Wurzeln der abendländischen Kultur. Worte, die sämtliche Gemütsregungen des größten deutschen Dichters zum Ausdruck bringen. Während seines Besuchs auf der Insel stößt er auf jene Orte, die in der Mythologie beschrieben werden. Zwischen Scylla und Charybdis am Ende der Straße von Messina begegnet er den Abenteuern des Odysseus. Wieder ein weiterer Blick und schon tauchen die Äolischen bzw. Liparischen Inseln auf, Residenz des Windgottes Äolus. Weiter gen Süden führt ihn die Fantasie auf die Spuren des Äneas. Während er auf den Stufen des Griechischen Theaters in Taormina verweilt, dem für ihn schönsten Ort der Welt, taucht die überwältigende Silhouette des Ätna auf, dem Wohnsitz der Zyklopen. Wohin auch immer er seinen Blick richtet, er ist wie gefesselt vom Zauber: Goethe repräsentiert aufs Beste die Millionen Touristen, die jedes Jahr auf Sizilien eintreffen. Eine eindrucksvolle und vielseitige Landschaft wiederholt ihren unveränderten Willkommensgruß. Das Meer und die Berge verschmelzen in einem Spiel der Farben, in denen herbe Elemente, wie die erstarrte Lava an den Hängen des Ätna, allmählich ihren Platz dem Reichtum der mediterranen Macchia überlassen.

Doch das ist erst der Auftakt, um in der Ebene von Catania den Duft von Orangen und Zitronen zu genießen, einem farbenfrohen Erbe arabischer Vergangenheit (9. Jh.), durch das der Anbau von Zitrusfrüchten nach Sizilien kam. Richtet man sich landeinwärts, nimmt die Gegend jenen kahlen Aspekt an, der während der römischen Herrschaft (210 v. Chr.) entstand. Damals wurden die Wälder abgeholzt, um dem intensiven Getreideanbau Platz zu machen.
Kaum wird die Landschaft hügeliger, taucht das Vorgebirge von Enna auf. Dieser Ort diente über Jahrhunderte hinweg als Festung, von der aus ganz Zentralsizilien kontrolliert wurde. An Calltanissetta und den Madonischen Bergen vorbei gelangt man an die Nordküste, wo von Cefalù bis Palermo die normannischen (12. Jh.) und byzantinischen (6. Jh.) Werke weitere Elemente bieten, um das Mosaik der sizilianischen Kultur zu vervollständigen. Die Dome von Cefalù und Monreale sowie die Erhabenheit von Palermo sind Sinnbilder eines Siziliens, das von Normannenkaiser Friedrich II ( 12. Jh. ) zum feinen Salon Europas gemacht wurde. Nach Erice, Trapani, den Ägadischen Inseln, den archäologischen Stätten in Segesta, Selinunte und Eraclea Minoa verdeutlicht einem der Concordiatempel, dass man sich nun im Tal der Tempel in Agrigento befindet. Bei Nacht betrachtet in jener irrealen Atmosphäre, welche die Stimmung so geheimnisvoll macht, scheint es nicht mehr verwunderlich, dass Philosophen wie Ernpedokles oder Schriftsteller vom Kaliber eines Luigi Pirandello, Nobelpreisträger der Literatur, hier die Inspiration für ihre Werke erhalten haben.

Das barocke Sizilien der Handwerksmeister wartet kurz darauf in den Orten Ragusa, Noto und Caltagirone, der Hauptstadt der sizilianischen Keramik. Sie öff-nen all denen die Türen der Läden, prächtigen vornehmen Palazzi und Kathedralen, die die vornehm gestalteten Symbole der Volksweisheit lieben. Die archäologischen Orte Syrakus und Taormina sind weitere prachtvolle Zeugnisse griechischer Vergangenheit. In Messina mit seinen zahlreichen Jugendstil-Palazzi kann man dann am Horizont die Liparischen Inseln erblicken. Die Gelegenheit, um den wunderbaren Spaziergang zwischen Kultur, Natur und Geschichte der Orte fortzusetzen, an denen die Götter zuhause waren. Für diejenigen, die in den Mythos eintauchen und den Zauber der Jahrtausende einatmen wollen, halten sie immer neue Überraschungen bereit. Hervorragende Eindrucke von Orten, die ungezwungen erlebt werden sollten, denn in Sizilien ist jeder Winkel eine archäologische Stätte, Hüter von tausend Legenden.

Text von Salvatore Faraci

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